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    Artemisia annua – Infos

    Artemisia annua mit gelben Blüten und einer Biene – eigene Aufnahme von Bricher Beien in Luxemburg

    Artemisia annua mit gelben Blüten und einer Biene aus unserem eigenen Anbau in Luxemburg – eigene Aufnahme von Bricher Beien.

    Artemisia annua bei Bricher Beien

    Artemisia annua aus eigenem Anbau in Luxemburg: Für alle unsere Artemisia-annua-Produkte verwenden wir ausschließlich Artemisia annua aus unserem eigenen Anbau in Luxemburg.

    Diese Seite dient der wissenschaftlichen und rechtlichen Information. Sie stellt keine medizinische Beratung dar und enthält keine Empfehlung zur Anwendung von Artemisia annua bei Krankheiten.

    Artemisia annua, auch Einjähriger Beifuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler. Die Pflanze ist wissenschaftlich gut untersucht. Besonders bekannt ist der Naturstoff Artemisinin, der aus Artemisia annua isoliert wurde und die Grundlage wichtiger artemisininbasierter Arzneimittel gegen Malaria bildet. Die wissenschaftliche Forschung befasst sich darüber hinaus mit zahlreichen weiteren Inhaltsstoffen und möglichen biologischen Eigenschaften der Pflanze.

    Unsere Artemisia annua aus Luxemburg

    Die von uns verwendete Artemisia annua stammt bei entsprechend gekennzeichneten Produkten aus unserem eigenen Anbau in Luxemburg. Die Pflanzen werden kultiviert, sorgfältig ausgewählt und je nach Produkt frisch oder getrocknet weiterverarbeitet.

    Die genaue Zusammensetzung und Herstellung findest du immer auf der jeweiligen Produktseite.

    Artemisia annua in Blüte

    Artemisia annua in Blüte. Foto: Matt Berger, CC BY 4.0, über Wikimedia Commons.

    Wissenschaftlich interessant Was bedeuten die Studien wirklich?

    Bei der wissenschaftlichen Literatur ist es wichtig, zwischen verschiedenen Evidenzstufen zu unterscheiden. Studien an Zellkulturen oder Tieren zeigen biologische Effekte unter experimentellen Bedingungen. Klinische Studien am Menschen sind eine andere Evidenzstufe.

    Außerdem sind Studien mit isoliertem Artemisinin oder seinen Arzneistoff-Derivaten nicht automatisch Studien mit der gesamten Pflanze oder mit einem bestimmten Pflanzenauszug.

    Artemisia annua in der Traditionellen Chinesischen Medizin

    Die Geschichte von Artemisia annua reicht in der chinesischen Heilpflanzentradition weit zurück. In historischen Quellen wird Qinghao als Heilpflanze beschrieben. Eine besonders bekannte Quelle ist das Werk Zhou Hou Bei Ji Fang („Handbook of Prescriptions for Emergency Treatment“) des Arztes Ge Hong aus dem 4. Jahrhundert. Darin wird Qinghao im Zusammenhang mit „intermittierenden Fiebern“ beschrieben. Auch ältere chinesische Arzneibücher und Manuskripte enthalten Hinweise auf die Verwendung von Qinghao.

    Für die moderne Forschung wurde dieses traditionelle Wissen Jahrzehnte später bedeutsam. Im Rahmen des chinesischen Project 523, das 1967 zur Suche nach neuen Malariamitteln gestartet wurde, untersuchten Wissenschaftler systematisch zahlreiche traditionelle Arzneipflanzen. Tu Youyou und ihr Team griffen dabei auch auf historische Texte zurück und untersuchten verschiedene Zubereitungs- und Extraktionsverfahren für Qinghao.

    Eine entscheidende Erkenntnis war, dass die traditionelle Beschreibung einer kalten Extraktion berücksichtigt werden musste. Daraus entwickelte sich die weitere Isolierung und Charakterisierung von Artemisinin, das Anfang der 1970er-Jahre aus Artemisia annua gewonnen wurde. Die Geschichte wird häufig als bemerkenswertes Beispiel dafür beschrieben, wie traditionelles Wissen einen Impuls für moderne Wirkstoffforschung geben kann. Nobel Lecture von Tu Youyou

    Wissenschaftliche Einordnung: Der historische Begriff „Qinghao“ ist in alten Quellen nicht in jedem Fall eindeutig mit der heutigen botanischen Art Artemisia annua L. gleichzusetzen. Die moderne chinesische Pharmakopöe führt heute jedoch die oberirdischen Teile von Artemisia annua als Qinghao. wissenschaftlicher Hintergrund zum Nobelpreis 2015

    Nobelpreis für die Forschung an Artemisia annua

    Die wissenschaftliche Bedeutung von Artemisia annua wird auch durch den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2015 deutlich. Die chinesische Wissenschaftlerin Tu Youyou erhielt die Hälfte des Nobelpreises „für ihre Entdeckungen einer neuartigen Therapie gegen Malaria“. Ihre Forschung führte zur Isolierung des Wirkstoffs Artemisinin aus Artemisia annua.

    Artemisinin wurde anschließend zur Grundlage moderner artemisininbasierter Arzneimittel gegen Malaria. Der Nobelpreis bezog sich dabei auf die Entwicklung einer definierten Arzneimitteltherapie gegen Malaria – nicht auf die pauschale Wirksamkeit von Artemisia-annua-Pflanzen, Tees oder beliebigen Pflanzenauszügen.

    Das Nobelkomitee beschreibt Artemisinin ausdrücklich als Wirkstoff, der aus Artemisia annua isoliert wurde und zur Entwicklung wirksamer Malaria-Arzneimittel beigetragen hat. Nobel Prize – Physiology or Medicine 2015

    Artemisinin und Malaria

    Artemisinin wurde aus Artemisia annua isoliert. Daraus entwickelte Derivate wie Artesunat, Artemether und Dihydroartemisinin sind Bestandteil der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Artemisinin-basierten Kombinationstherapien (ACT). Diese Arzneimittel kombinieren ein Artemisinin-Derivat mit einem weiteren Wirkstoff.

    Es existieren auch klinische Untersuchungen zu nicht-pharmazeutischen Artemisia-Zubereitungen. Eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie untersuchte beispielsweise traditionelle Artemisia-annua-Teezubereitungen bei unkomplizierter Malaria. Die Ergebnisse waren nicht mit einer zuverlässigen, dauerhaften Heilung gleichzusetzen; die Autoren empfahlen die Artemisia-annua-Monotherapie daher nicht als Alternative zu modernen Antimalariamitteln.

    Eine weitere randomisierte Studie verglich Artemisia-annua-Tee mit Sulfadoxin-Pyrimethamin. Auch hier zeigten sich keine Ergebnisse, die eine einfache Gleichsetzung von Pflanzenmaterial mit standardisierten Arzneimitteln erlauben.

    Wichtig zur Einordnung

    Die WHO unterstützt die Verwendung von Artemisia-Pflanzenmaterial – einschließlich Tee, Tabletten oder Kapseln – weder zur Vorbeugung noch zur Behandlung von Malaria. Als Gründe nennt sie unter anderem Schwankungen des Wirkstoffgehalts, Probleme bei Standardisierung und Dosierung sowie das Risiko der Resistenzentwicklung. Für Malaria werden stattdessen qualitätsgesicherte, zugelassene Arzneimittel empfohlen.

    Forschung zu weiteren biologischen Eigenschaften

    Artemisia annua und einzelne Inhaltsstoffe werden auch in der Grundlagen- und präklinischen Forschung untersucht. Dazu gehören unter anderem Untersuchungen in Zellkulturen und Tiermodellen zu Entzündungsprozessen, Immunmodulation und Tumorbiologie.

    Besonders umfangreich ist die präklinische Forschung zu Artemisinin und seinen Derivaten im Bereich der Tumorforschung. Übersichtsarbeiten beschreiben zahlreiche Zell- und Tiermodelle. Eine systematische Übersichtsarbeit aus 2026 wertete sieben geeignete In-vivo-Studien zu Artemisia-annua-Extrakten und Derivaten aus. Sechs dieser sieben Studien berichteten über messbare Veränderungen der Tumorgröße oder des Tumorvolumens. Die Autoren betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen zu Pharmakokinetik, Sicherheit und klinischer Übertragbarkeit notwendig sind.

    Diese Ergebnisse stammen überwiegend aus präklinischer Forschung. Sie belegen nicht, dass Artemisia annua, ein Pflanzenauszug oder unser Produkt beim Menschen eine entsprechende Wirkung besitzt.

    Entzündungsprozesse und Parasitenforschung

    Ein weiterer Forschungsbereich betrifft entzündungsbezogene biologische Prozesse. Labor- und präklinische Studien haben untersucht, ob Extrakte oder einzelne Inhaltsstoffe von Artemisia annua bestimmte Entzündungsmediatoren und Signalwege beeinflussen. Eine Studie zu Artemisia-annua-Extrakten fand beispielsweise in Zellmodellen eine Beeinflussung verschiedener entzündungsbezogener Marker. Auch einzelne Naturstoffe wie Arteannuin B werden in Zell- und Tiermodellen untersucht.

    Wichtig: Solche Ergebnisse zeigen biologische Aktivität unter experimentellen Bedingungen. Sie sind nicht gleichbedeutend mit einem klinisch nachgewiesenen „entzündungshemmenden“ Effekt beim Menschen und erlauben keine Aussage über die Wirkung eines bestimmten Artemisia-annua-Produkts.

    Auch die mögliche Wirkung gegen Parasiten wird wissenschaftlich untersucht. Neben der gut etablierten Forschung zu Artemisinin gegen Plasmodium bei Malaria wurden in präklinischen Studien weitere Parasiten untersucht, darunter Leishmania, Toxoplasma gondii, Acanthamoeba, Schistosoma und verschiedene weitere Protozoen. Übersichtsarbeiten fassen diese Ergebnisse zusammen, weisen aber darauf hin, dass für viele dieser Anwendungen weitere Untersuchungen erforderlich sind, bevor daraus eine klinische Anwendung abgeleitet werden kann.

    Auch hier gilt: „antiparasitär“ ist eine Beschreibung eines Forschungsbereichs und keine Aussage darüber, dass Artemisia annua oder unsere Produkte Parasiten beim Menschen beseitigen oder behandeln.

    Beispiele aus der Forschung

    Einordnung der Evidenz

    Forschungsbereich Was wurde untersucht? Einordnung
    Artemisinin / Malaria Artemisinin und standardisierte Derivate in Arzneimitteln Hohe klinische Evidenz für zugelassene Arzneimittel; nicht gleichzusetzen mit der ganzen Pflanze
    Artemisia-annua-Tee / Malaria Klinische Studien mit Pflanzenmaterial Unterschiedliche Ergebnisse; WHO unterstützt diese Anwendung nicht
    Tumorforschung Zellkulturen, Tiermodelle und Forschung an Artemisinin-Derivaten Überwiegend präklinische Evidenz
    Weitere biologische Eigenschaften Labor- und Tiermodelle zu verschiedenen biologischen Prozessen Forschungsstadium; klinische Übertragbarkeit muss separat geprüft werden

    Wo findet man die Studien?

    Die wissenschaftliche Literatur ist unter anderem über PubMed recherchierbar. Einige relevante Veröffentlichungen:

    COVID-19 und SARS-CoV-2 – ein weiterer Forschungsbereich

    Während der COVID-19-Pandemie wurde auch Artemisia annua wissenschaftlich im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 untersucht. Dabei gab es sowohl Laboruntersuchungen mit Artemisia-annua-Extrakten als auch klinische Studien mit artemisinin- oder artesunate-basierten Arzneimitteln.

    Eine In-vitro-Studie aus 2021 untersuchte Extrakte verschiedener Artemisia-annua-Kultivare und berichtete eine Hemmung der SARS-CoV-2-Infektion in Zellkulturmodellen. Die Autoren betonten ausdrücklich, dass weitere Untersuchungen – insbesondere in vivo und klinisch – notwendig sind. Auch spätere Laborarbeiten untersuchten Extrakte gegenüber Omikron-Varianten.

    Darüber hinaus wurden klinische Untersuchungen mit artemisininbasierten Arzneimitteln veröffentlicht. Eine kleine kontrollierte Studie untersuchte beispielsweise Artemisinin-Piperaquin bei COVID-19-Patienten. Eine weitere Phase-II-Studie untersuchte ein Produkt mit Artemisinin, Curcumin, Weihrauch und Vitamin C. Solche Studien untersuchen jedoch konkrete Arzneimittel bzw. Kombinationen und sind nicht mit einem beliebigen Artemisia-annua-Pflanzenauszug gleichzusetzen.

    Wichtig zur wissenschaftlichen Einordnung

    Die COVID-19-Forschung zu Artemisia annua umfasst unterschiedliche Extrakte, Wirkstoffe, Konzentrationen und Arzneimittelformulierungen. Ergebnisse aus Zellkulturen oder aus klinischen Studien mit definierten Arzneimitteln lassen sich nicht automatisch auf die gesamte Pflanze oder auf unsere Produkte übertragen. Wir machen daher keine Aussage über eine Wirkung unserer Produkte bei COVID-19 oder anderen Erkrankungen.

    Beispiele für wissenschaftliche Veröffentlichungen

    Rechtliche Einordnung in der Europäischen Union

    Novel Food

    Artemisia annua darf in der Europäischen Union derzeit nicht als Lebensmittel oder Lebensmittelzutat in Verkehr gebracht werden, wenn keine entsprechende Novel-Food-Zulassung bzw. nachgewiesene relevante Verwendungsgeschichte vor dem 15. Mai 1997 vorliegt.

    Die Europäische Kommission beschreibt den Novel-Food-Katalog als Orientierungshilfe. Für neuartige Lebensmittel ist grundsätzlich eine Zulassung vor dem Inverkehrbringen erforderlich. Die deutsche Lebensmittelüberwachung dokumentiert für Artemisia annua ausdrücklich, dass Pflanzenteile und Extrakte unter die Novel-Food-Regelung fallen und keine Zulassung für die Verwendung von Artemisinin oder Pflanzenteilen von Artemisia annua als Lebensmittel vorliegt.

    Das bedeutet nicht, dass die Pflanze als solche generell verboten ist. Entscheidend sind die konkrete Produktkategorie, Zusammensetzung, Herstellung, Zweckbestimmung und Aufmachung. Die Novel-Food-Regelung betrifft die Verwendung als Lebensmittel bzw. Lebensmittelzutat.

    Keine gesundheitsbezogenen Aussagen zu unseren Produkten

    Wir machen bei unseren Artemisia-Produkten keine Aussagen zu einer gesundheitlichen Wirkung, Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten. Wissenschaftliche Veröffentlichungen können hier lediglich als unabhängige Informationsquellen genannt werden. Die in Studien untersuchten Stoffe, Extrakte, Konzentrationen, Herstellungsverfahren und Darreichungsformen sind nicht automatisch mit unseren Produkten identisch.

    Quellen und weiterführende Informationen

    Bildquellen: historische botanische Illustration aus der Flora Batava (1906), gemeinfrei; Pflanzenfoto von Matt Berger, CC BY 4.0, über Wikimedia Commons. Stand der wissenschaftlichen und rechtlichen Informationen: Oktober 2026. Die Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine medizinische Beratung noch eine individuelle rechtliche Prüfung.